so hier noch ein schöner bericht übere meine lieblingsband.... aba ich hör auch noch andere musik...
Böhse Onkelz
November 1980, in dem Keller eines Reihenhauses in Hösbach bei Aschaffenburg, entschließen sich die drei Jungs Stephan Weidner, damals 17, Kevin Russell, damals 16, und Peter Schorowsky, damals 17, eine Punkband zu gründen. Inspiriert durch Punkbands wie die Sex Pistols, The Ramones, The Stranglers und Sham 69, erscheint es den drei Jugendlichen als eine logische Konsequenz, ebenfalls eine Punkband zu gründen. Die Familienhintergründe sind bieder bis asozial. Den Namen geben ihnen mehrere Kinder, die im Winter 80/81 die grünbehaarten Jugendlichen im ländlichen Hösbach als „böse Onkels“ bezeichnen. Der Name bleibt hängen und sollte auch später nicht geändert werden.
Die drei beginnen sich an den Wochenenden im nahe gelegenen Frankfurt aufzuhalten. Sie übernachten in der Sozialwohnung von Stephans Mutter, wo auch noch seine Schwestern wohnen.
1981. Matthias „Gonzo“ Röhr tritt der Band bei. Zunächst spielt er bei den Böhsen Onkelz Bass, Stephan Weidner die Gitarre, Kevin Russell übernimmt den Gesang und Peter Schorowsky das Schlagzeug. Damit ist das Line up der Band komplettiert.
Dann 1983 beginnen die Onkelz von der Oi-Bewegung in die Skinheadszene zu rutschen. Doch während Kevin sich in der Skinheadszene aufgehoben und geborgen fühlt, merken Stephan, Gonzo und Pe bereits ein Jahr später, das auch diese Szene ihre eigenen Schubladen hat und im krassen Gegensatz zu ihrem Freiheitsgefühl steht. Allem voran, die Vorschriften und Dresscodes, die Breite der Hosenträger, das Markenbewußtsein der „Glatzen“, vom Fred Perry Hemd zu den Doc Marten’s Schuhen, von der Sta Prest Jeans zu den Bomberjacken, das alles fängt sehr schnell an zu nerven. Zum Jahreswechsel 84/85 legen die drei die Hosenträger wieder ab und lassen die Haare wieder wachsen. Die Böhsen Onkelz wollen keine Kultband der Skinheads mehr sein und ihren Sänger Kevin werden sie schnell überzeugen können. Doch da haben sich die drei getäuscht, denn Kevins Drogensucht wird immer schlimmer und wirkt sich negativ auf die anderen Bandmitglieder aus. 1990 ist dann der absolute Tiefpunkt der Band erreicht, als am 16. Juni auch noch der beste Freund der Band, Andreas Trimborn, im „Speak Easy“, einer Kneipe in Alt-Sachsenhausen, erstochen wird, versackt Kevin ganz und gar im Drogensumpf. Außerdem ist es nicht gerade hilfreich, dass trotz ihrer geringen Medienpräsenz, die Onkelz von der Musikindustrie nicht akzeptiert werden und ihr Ausstieg nicht anerkannt wird. Die wenigen Artikel, die sich mit dem Thema „Onkelz“ befassen, werfen der Band vor, sie sei noch immer in der „rechten Szene“ aktiv. Währenddessen werden von der „Es ist soweit“ – LP 30.000 Einheiten in kürzester Zeit abgesetzt. Ihr darauf folgendes Album, im Jahr 1991, verkauft jedoch 100.000 Einheiten in wenigen Monaten. Während die Presse allmählich auf dieses Phänomen aufmerksam wird und ihre Popularität auf ihren „Kultstatus“ in der Skinheadszene zurückzuführen versucht, werden die Forderungen nach einer Namensänderung immer lauter. Doch, es muss in Deutschland möglich sein, so die Band, seine Meinung zu ändern, Fehler einzugestehen und geistig zu reifen. Stephan und die Band sind fest dazu entschlossen, den Namen „Böhse Onkelz“ zu einem Symbol des Umdenkens zu machen und sich dem Druck nicht zu beugen. Gegen Ende des Jahres 1991 beginnt auch die Tagespresse verschärft damit, die Böhsen Onkelz in ihren Artikeln über rechte Gewalt zu erwähnen. Die Berichterstattung über die Band ist defizitär, lückenhaft und ungenügend. Daten, Fakten, Namen, Zahlen, alles wird bunt durcheinander geworfen und schlecht bis gar nicht recherchiert an die Leser verfüttert. Dennoch gibt es einige Zeitschriften, die eine objektive Berichterstattung veröffentlichen. „Wir haben uns nie als rechte Band gesehen, oder uns als Angehörige der rechten Szene gefühlt.“, so Stephan in der „Animalize“ Nr. 10 Oktober 1991. Dann Ende 1992 erwacht die Presse aus ihrem Tiefschlaf.
Herbst 2004. Das Ende der Onkelz ist nun greifbar nahe, die Abschiedstournee der Onkelz („La Ultima“) beginnt. Bis zum Sommer sind alle 250.000 Tickets vergriffen und auf dem Schwarzmarkt werden Preise bis zu 200€ verlangt und bezahlt. Die Emotionen werden in den nächsten sechs Wochen überkochen. Und das gilt nicht nur für die Fans, auch innerhalb der Band kommt es zu Spannungen und mitunter bleibt der Tourspaß aus. Die Fans machen es den Onkelz so schwer wie möglich. In den ersten Reihen stehen jugendliche gleich neben Familienvätern und gestandenen Hooligans und keiner kann die Niedergeschlagenheit über das Ende der Onkelz zurückhalten. Diese kollektive Trauer, bei gleichzeitigem Respekt, lässt die Fans in Dortmund etwas Einzigartiges tun. Innerhalb von 10 Sekunden, ohne irgendein Signal oder einen besonderen Impuls, gehen alle Fans im Innenraum der Dortmunder Westfalenhalle auf die Knie. Ein spektakuläres Bild, aus dem absoluter Respekt und die totale Dankbarkeit sprechen und was die Band sicher nicht so schnell vergisst. Diese Szene Wiederholt sich zwei Tage später, doch die Onkelz sind vorbereitet, sie gehen ihrerseits vor den Fans in die Knie. Besser kann man 25 Jahre puren Rock ’n’ Roll nicht beenden…


diesen artikel habe ich schon in der schülerzeitung veröffntlicht....das bandfoto aus dem jahre 2004

das abschlussalbum <<adios>>

